Eine etwas andere Art der Zubereitung von vegetarischen Frikadellen, hierbei wird der Teig meist frittiert. Wir haben das Rezept aus Kairo mitgebracht, es werden anders als im übrigen Mittelmeerraum Favabohnen ststt Kichererbsen als Grundlage verwendet.
Favabohnen (Vicia faba) werden für die Teiggrundlage verwendet, sie zählen eigentlich zu den Wicken, wie der lateinische Name verrät.
Frische Favabohnen haben eine zähe, weißliche, recht dünne Haut um den hellgrünen Kern. Jede frische Bohne muss nach dem Blanchieren in Sazwasser – etwa 8 Minuten – einzeln aus dieser Hülle geschnipst werden, es schmeckt so besser. Dafür müssen sie nicht über Nacht eingeweicht werden. Für eine Falafel Herstellung sind sie allerdings nicht so geeignet, meist bleibt die Teigmasse zu feucht und die Falafel zerfallen leicht.
Getrocknete Favabohnen – die zur Falafel Herstellung empfohlen werden – kann man dagegen bereits geschält kaufen, vor der Verarbeitung müssen sie aber über Nacht eingeweicht werden.
Wir kennen die in diesem ägyptischen Rezept verwendeten Favabohnen auch als Dicke Bohnen – obwohl sie, wie gesagt, gar keine Bohnengewächse sind. Sie heißen auch Acker- oder Saubohnen – vielleicht weil sie früher oft auch als Viehfutter dienten, denn sie können – anders als richtige Bohnen, die meist erst im Mai keimen – bereits Ende Februar ausgesät werden.
Zutaten
- 250 g getrocknete und halbierte Favabohnen (in anderen Falafelzubereitungen würden hier Kicherbsen genutzt werden)
- 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
- 1/2 Stange Lauch, in feine Ringe geschnitten
- 30 g glatte Petersilie, fein gehackt
- 20 g Koriander, fein gehackt
- 15 g Dill, fein gehackt
- 1 Teelöffel Koriandersaat, frisch gemahlen
- 1 Teelöffel Kreuzkümmel, gemahlen
- 1/2 Teelöffel Paprikapulver, edelsüß
- 1/2 Teelöffel Backpulver
- etwas Salz
- Olivenöl (zum Braten)
Getrocknete Favabohnen über Nacht einweichen, im Sieb abgießen und trocknen lassen, damit der Teig später nicht zu feucht wird.
Zwiebeln und Knoblauch mit Gewürzen und Kräutern mischen.
Die Favabohnen, Gemüsemischung und Backpulver im Mixer pulsierend fein zerkleinern, bis eine stückig-feste, grüne Paste entstanden ist.
Nun für die Frikadellen immer einen Esslöffel der Teigmasse zu einer Kugel formen, diese leicht platt drücken. Der Teig darf nicht zu feucht sein sonst zerfallen später die Falafel! Anschließend hilft es die Bällchen eine halbe Stunde im Kühlschrank zu kühlen um einem späteren Zerfallen vorzubeugen.
Zur Fertigstellung gibt es dann drei Varianten:
Braten: Oft werden die Bällchen frittiert, beim Braten in heißem Öl in der Pfanne bleibt weniger Fett im Endprodukt.
Frittieren: Sollen die Bällchen frittiert werden (180°C), ist etwa 1 Liter Speiseöl notwendig. Zu Testen der Temperatur ein Stückchen Teig ins Öl gebwn – das Öl schäumt auf. Die Falafel sind fertig, wenn die Bällchen oben schwimmen.
Backen: Auch Falafel aus dem Backofen sind eine Option um fettarm zu arbeiten. Backofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die flachen Falafelbällchen auf ein mit Backtrennpaper ausgelegtes Backblech geben. Mit Öl leicht einsprühen und etwa 20-25 Minuten backen, bis sie leicht bräunen. Dabei nach der halben Backzeit einmal wenden.
Im Anschluss Ta’amia auf Küchenpapier abtropfen lassen. Frisch mit Beilagen wie z.B. Hummus, frischem Shirazi Salat – aus klein gewürfelten Zwiebeln, Tomaten, Gurken und Minze mit einem Dressing aus Limettensaft, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel – oder in ägyptischem Fladenbrot servieren. Auch ein mediterraner Salat schmeckt dazu erfrischend. Auch Avocado-Dip, Gurkensalat oder eine Joghurt-Quark Mischung mit Knoblauch, Kräutern, Salz und Pfeffer schmecken gut dazu.
Tipp: Der Teig lässt sich im Voraus zubereiten und hält sich im Kühlschrank etwa 3 Tage gut. Die vorgeformten Teigbällchen selbst lassen sich gut einfrieren und sind circa 3 Monate haltbar, sie lassen sich tiefgefroren braten.
Tipp 2: Eine kleine bis mittlere, leicht angegarte Kartoffel zusätzlich in der Teigmischung hilft ein Zerfallen zu verhindern.







